Ich gönne mir eine Auszeit

Zu aller erst: Ich liebe meine Arbeit! Das ist nach wie vor so, trotzdem nehme ich mir eine Auszeit vom Fotografieren – zumindest in beruflicher Hinsicht. Ich brauche das momentan einfach und dafür gibt es mehrere Gründe.

Ein wichtiger Punkt ist die Familie. Ich möchte dieses Jahr einfach mal mehr Zeit für meine Lieben, vor allen für meine Kinder haben. Die Wochenenden im letzten Sommer und auch dem Sommer davor, waren vollgepackt mit Hochzeiten. Und auch wenn ich mir immer konsequent ein Wochenende im Monat freigehalten hatte, war die Arbeit doch immens. Was mich natürlich auch sehr gefreut hat. Denn das hat mich in meiner Arbeit bestätigt und ich durfte viele tolle Hochzeiten begleiten.  Allerdings musste hierfür der ein oder andere Schwimmbadbesuch verschoben werden und auch spontane Ausflüge waren nicht drin. Viele Abende und auch Nächte habe ich mit der Bildbearbeitung verbracht. Und somit kam dann auch irgendwann das schlechte Gewissen, das anfing an mir zu nagen. Die richtige Balance zwischen Familie und Arbeit ist oft sehr schwierig, vor allen, wenn man selbstständig ist. Die freie Zeiteinteilung ist super, aber wenn der Auftrag rechtzeitig fertig werden soll, ist halt nicht um 18 Uhr Feierabend und dann muss auch der mal Sonntag genutzt werden den Abgabetermin einzuhalten.

Ein anderer Punkt ist: Ich  möchte mir eine Zeitlang erlauben auch mal nicht zu fotografieren. So komisch das auch klingen mag. Wie gesagt, ich fotografiere wahnsinnig gern. Aber mit der Zeit nimmt der Druck „gute Fotos“ zu liefern dann doch immer mehr zu. Zumal ich ohnehin zum Perfektionismus neige und irgendwann angefangen habe meine Bilder zu hinterfragen. Bin ich noch zufrieden mit meiner Arbeit? Sieht nicht mittlerweile jedes Bild irgendwie gleich aus? Wo ist das Besondere hin? Selbstzweifel beginnen an einem zu nagen. Man fängt an sich zu vergleichen. Und spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Kamera aus der Hand zu legen und zu überlegen, warum habe ich mit dem Fotografieren angefangen? Was hat mich zu Anfang motiviert? Warum möchte ich eigentlich eben NICHT so sein wie andere? Wo finde ich neue Inspirationen? Und ich denke, diese Fragen werden nicht über Nacht beantwortet und auch nicht in ein paar Tagen. Ich denke, das eine Fotopause, genau das ist, was ich mir und meiner Familie momentan Gutes tun kann. Wie lange diese Pause sein wird, kann ich aktuell noch nicht voraussagen. Vielleicht nur ein paar Wochen, vielleicht ein paar Monate. In erster Linie ist mir wichtig, die Balance wiederzufinden. Ich möchte das der  Spaß am Fotografieren wieder im Vordergrund steht. Und wenn es dann soweit ist, möchte ich hochmotiviert wieder loslegen und tolle Fotoshootings mit euch erleben. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit!